
Das Ausmaß der Katastrophe von Bangladesch und Westbengalen übersteigt die Vorstellungskraft. Eine Lösung des Problems können sich die armen Länder jedoch finanziell nicht leisten.
Die Arsenvergiftung ist in Bangladesch nicht nur so intensiv und weit verbreitet wie nirgendwo sonst, sie trifft auch auf eine angesichts der extremen Armut und hohen Bevölkerungsdichte verwundbare und unvorbereitete Bevölkerung, was die nach technischen Gesichtspunkten im Prinzip einfache Lösung massiv erschwert. Die bisher zur Verfügung stehenden Mittel werden der Größe der Herausforderung bei weitem nicht gerecht: Es wäre dringend erforderlich, alle Brunnen, die zum Trinken oder Kochen genutzt werden, auf ihren Arsengehalt zu untersuchen. Eine Berechnung im Mai 2000 hat jedoch ergeben, dass es beim bisherigen Tempo 300 Jahre dauern würde, alle elf Millionen Brunnen des Landes zu überprüfen. Die Umsetzung der bereits 1998 bei der ersten von bisher vier einschlägigen Konferenzen in Dhaka geforderten Maßnahme, allen BewohnerInnen den Zugang zu weder mit Arsen noch mit Bakterien verseuchtem Wasser zu gewährleisten, ist damit noch in weiter Ferne.
Weitere dringliche Aufgaben sind die medizinische Behandlung und finanzielle Unterstützung der Opfer sowie weitere Forschungen zum besseren Verständnis der verantwortlichen hydrogeologischen Prozesse und der gesundheitlichen Auswirkungen. Da die Ergebnisse für die ganze Welt von Bedeutung sein können, sollte die Lösung mehr als bisher als globale Aufgabe gesehen werden. Der internationale Beitrag ist für den Erfolg ebenso unabdingbar wie die Information und Einbindung der lokalen Bevölkerung.
Der Autor ist freier Journalist und Redakteur der Zeitschrift Lateinamerika Anders Panorama.
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